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29 Jahre E-Mail in Deutschland

©iStockphoto.com/Beboy_ltd

Vor rund 29 Jahren - am 3. August 1984 - wurde um 10:14 Uhr die erste E-Mail in Deutschland empfangen. Die Amerikanerin Laura Breeden verschickte vom Massachusetts Institute of Technology in Boston eine elektronische Grußnachricht für Ihre Kollegen an deutschen Universitäten. Unter den Empfängern war auch Michael Rotert, Technischer Leiter der Informatik-Rechnerabteilung an der Universität Karlsruhe. Der nicht fehlerfrei geschriebene Text der ersten E-Mail lautete:

„Wilkomen in CSNET! Michael, This is your official welcome to CSNET. We are glad to have you aboard."

Die Abkürzung CSNET steht für das Computer Science Network.  Das SCNET war ein in den USA entwickeltes Computernetz, das ausgewählte Universitäten des Landes und ausländische Institutionen verbinden sollte, um die Kommunikation unter den Forschern zu verbessern.

Michael Rotert schilderte die damalige Situation folgendermaßen: „Die erste deutsche E-Mail spuckte eine überdimensionale Waschmaschine aus." Er beschreibt damit die großen Computer, die an der Universität Karlsruhe in Betrieb waren. Eine Klimaanlage musste kontinuierlich laufen.

Seitdem wurden Internetverbindungen weiterentwickelt und der Grundstock für die moderne E-Mail-Kommunikation gelegt. In den 60-er Jahren stellte die deutsche Bundespost das erste Modemvor. Um eine Internetverbindung herzustellen, mussten sich die Modems ins das Telefonnetz einwählen. Die Geschwindigkeit der Modemverbindungen stieß schnell an ihre Grenzen. Ab Ende der 90iger-Jahre wurden Modems von ADSL bzw. DSL abgelöst.

In den 70-er Jahren konnten Nachrichten nur als Brief oder Telegramm, später auch als Fernschreiben oder Teletex sowie Fax übermittelt werden. Aufbauend auf dem gelungenen E-Mail-Versand 1984 und den bereits erprobten Entwicklungen in anderen Ländern – insbesondere in den USA - konnten ab 1989 die ersten deutschen Internetanschlüsse in Betrieb genommen werden. Immer mehr E-Mails wurden versendet und die Schnelligkeit der Nachrichtenübertragung wurde verbessert. Auch das Versenden größerer Anhänge war mittlerweile möglich.

Die E-Mail entwickelte sich schnell zum beliebtesten Dienst im Internet. Mit der Zeit wurden die ersten Free-Mail-Anbieter gegründet und für eine geschützte Datenübertragung wurden die Mailsysteme verschlüsselt. Verbunden mit der Geschichte der E-Mail ist auch die der Spam-Mail. Die erste Spam-Mail überhaupt wurde bereits 1978 von einem Computerhändler in den USA veschickt. Als erste kommerzielle, größere Spam-Nachricht gilt eine Werbung für eine Greencard-Lotterie von 1994. Den Begriff Spam – wie wir ihn heute kennen – gibt es seit 1993.

Heute ist die E-Mail sowohl als dem beruflichen als auch aus dem privaten Alltag nicht mehr wegzudenken: Schätzungen zufolge werden weltweit pro Sekunde 3,7 Millionen E-Mails verschickt. Jeder Internetnutzer erhält durchschnittlich 74 E-Mails täglich. Es existieren 2,9 Milliarden E-Mail-Konten.


Quellen:

amacando.de (Stefan Ebers)

sueddeutsche.de (Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH)

globometer.com (BCQUEST)

ftd.de (FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND)

Bildnachweis: ©iStockphoto.com/Beboy_ltd

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