Das Phänomen Google+

Knapp zwei Wochen als Beta-Version zugänglich und schon hat Google+ bereits Millionen von Nutzern. Ist das der Beweis, dass Google+ schon jetzt erfolgreicher ist als Facebook? Nein und ja. Das Phänomen Google+ ist eine natürliche Folge aus Basiserfahrungen. Von vorne: Als Facebook neu war, waren die Menschen neugierig, aber die Verbreitung stieg erst an, nachdem wissbegierige Pioniere die Funktionen ausprobiert und für interessant befunden hatten – und ihre Freunde einluden und sie dazu aufforderten, an dem sozialen Netzwerk teilzunehmen. Der Nutzen von sozialen Netzwerken musste erst erkundet werden. Mit Facebook war ein neuer Medienkanal geboren worden. Allmählich fanden immer mehr Menschen Gefallen an dieser Art zu kommunizieren – und sie trafen auch bereits ihre Freunde an. Facebook war wie ein Nachhausekommen in einer virtuellen Parallelwelt, die viel mehr Spaß machte und Kommunikationsmöglichkeiten parat hatte als der Alltag. Deshalb: Nein! Wenn man Erfolg auf diese Weise misst, ist Facebook weitaus erfolgreicher als Google+, denn es hat Sicht- und Kommunikationsweisen verändert.

Doch Ja! – der Erfolg von Google+ ist unbestritten, betrachtet man das Masseninteresse an der Plattform. Bei Google+ ist es eben anders. Die Menschen wissen bereits, wie soziale Netzwerke funktionieren und was sie von diesen erwarten können. Und sie wollen mehr. Das ist es, was den Hype um Google+ ausmacht. Google+ zu erobern – möglichst schon in der Beta-Phase – ist, wie einen neuen Planeten zu entdecken und bevölkern zu wollen. Alles ist noch leer und unberührt. Die ersten Nutzer können sich in Ruhe einrichten und alles ausprobieren. Sie dürfen sich als Pioniere fühlen und als großzügige Gönner oder echte Freunde, wenn sie andere ebenfalls in ihre neue Welt einladen. Die Menschheit erlebt die Neuerschaffung eines weiteren sozialen Netzwerkes inzwischen viel bewusster als zu den Anfangszeiten von Facebook – denn die User haben inzwischen Vergleiche und ziehen diese ständig zur Bewertung heran.

 

Der Gigant Google

Besonders interessant ist Google+ auch sicherlich deshalb, weil es von dem Giganten Google stammt, dessen Vorläufer „BackRub“ 1996 gegründet und zwei Jahre später in „Google“ umbenannt wurde. Google ist eine der bekanntesten Marken. Kein Wunder, denn Google ist aktuell der unangefochtene Marktführer unter den Internet-Suchmaschinen. Neben der „Suche“, seiner Kernkompetenz, baut Google seinen Einfluss permanent aus. Und so bietet Google inzwischen ein ganzes Netzwerk von Google-Angeboten. Dazu gehören zum Beispiel der hauseigene Browser Google Chrome, das weltgrößte Video-Portal Youtube und Google Maps mit dem heiß diskutierten Feature Streetview. Zudem wurde Mitte Juli bekannt, dass Google derzeit offenbar an einem Datenmarktplatz für Display-Advertiser arbeitet. Das Repertoire an Google-Angeboten scheint unerschöpflich.

Das soziale Netzwerk Google+ fügt sich hervorragend ein: Schon in der Beta-Phase wurde bemerkt, dass Bewertungen auf Google+ mithilfe des +1-Buttons direkte Auswirkungen auf die Suchmaschinenergebnisse haben. Nutzer von Google+ bekommen also Empfehlungen von Freunden weit oben präsentiert. Die Synergieeffekte zwischen Google+ und anderen Google-Angeboten entfalten bereits ihre Wirkung.

 

Neue Funktionen bei Google+

Über die neuen Funktionen bei Google+ wurde schon in den ersten Tagen und Wochen ausführlich quer durch alle Medien berichtet. Deshalb präsentieren wir hier nur noch einmal die Kurzzusammenfassung der wichtigsten Neuheiten. Um an der Beta-Phase teilzunehmen, wird zunächst eine Einladung zu Google+ benötigt. Ist man dann drin, kann das Profil eingerichtet werden, zudem die Pflichtangaben Name und Geschlecht gehören.

 

Funktionen bei Google+

  • Circles: Damit teilen Sie Ihre Kontakte in Kreise ein, zum Beispiel Familie, Freunde, Arbeitskollegen. So erreichen Ihre Informationen immer die richtigen Personen.
  • Hangouts: An dem browserbasierten Videochat können bis zu 10 Google+-Mitglieder gleichzeitig teilnehmen.
  • Huddle: Mit dem videolosen Gruppenchat können E-Mails und Kurznachrichten versandt werden und Chats mit Kontakt-Circles geführt werden.
  • Sparks: Hier erfahren Sie Neuigkeiten zu bestimmten Themen, finden Informationen sowie ganze Webseiten zu Ihren Interessen und können diese anderen empfehlen.
  • Toolbar: Die Leiste informiert darüber, was im Google-Netzwerk passiert und dient dazu, dass Nutzer Nachrichten, Fotos und YouTube-Videos mit ihrem Umfeld teilen können.

 

Vorteile gegenüber Facebook

  • Elegantere Aufmachung
  • Komfortablere Einteilung der Kontakte
  • Über „Profil ansehen als“ können Sie sehen, wie Ihr Profil für andere Nutzer dargestellt wird.

Übrigens: Google+ ist im Apple App Store nun auch als App für Android und das iPhone verfügbar. Die mobilen Benutzer müssen allerdings auf die Gruppenvideofunktion Hangouts verzichten. Der Gruppen-Chat-Service Huddle ist dagegen verfügbar, ebenso wie Streams und Circles.

 

Soziale Netzwerke in der Unternehmenswelt

Soziale Netzwerke wie Facebook und Google+ sind so beliebt, dass ihre Auswirkungen bis in die Geschäftswelt zu spüren sind. Auch dort verbreiten sich soziale Netzwerke, die für die Kommunikation zwischen Geschäftsleuten und für den Austausch von Branchennews eine immer größere Rolle spielen. Prominenteste Plattformen sind derzeit Xing und LinkedIn. Die Privatperson wird hier zum Mitglied eines Unternehmens, einer Branche oder einer Interessensgruppe. Sie hält Kontakt zu anderen Arbeitnehmern und Arbeitgebern, zu Auftraggebern, zu Journalisten und anderen, die es lohnt zu informieren. Darüber hinaus kann sie Gruppen gründen oder Gruppen beitreten und sich mit Gleichgesinnten austauschen. Das ist wichtig, denn immer mehr Menschen wollen wissen: Was bewegt sich in meiner Branche? Wenn Sie wissen wollen, was Interactive One bewegt, treten Sie der neu eröffneten Gruppe von Interactive One auf LinkedIn bei. Wir sind zwar auch sehr exklusiv, nehmen aber gerne noch Mitglieder und Co-Moderatoren auf. Steigen Sie einfach in den Dialog mit ein – wir freuen uns über Ihren Beitrag!

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